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Treblinka

Tote und Sterbende in Zügen
Kommen ständig
Auf einem falschen Bahnhof an

Die Lebenden zum Sterben
Hastig rausgezerrt
Zum letzten Mal getrieben
Weil der Tod nicht warten kann 

Magere Menschenmassen
Marschieren müde
In ihr Massengrab
Weil man zuerst ihre Hoffnung
Und dann sie selbst zerbrach

Mit Gewalt und ohne Gnade
Stopft der Henker
Alle in eine Kammer
Die nur ein Ende kennt 

Ausgemergelte Gestalten
Tragen tausende Tote
Zum tosenden Flammenmeer
Ein Inferno, frisst die Vielen
Ohne Schuld und ohne Gier 

Zermahlene Knochen
Versuchen zu verschleiern
Was längst bekannt gewesen ist 

Fliehen gelingt nur wenigen
Vergebens war ihr Leiden
Keiner möchte glauben
Zu unvorstellbar die höllische Wirklichkeit

Einst volle Züge
Eilen gefüllt mit Kostbarkeiten
Und doch menschenleer
In das Reich zurück
Sie holen immer neue
Lebende Leichen ohne Glück

Ein Leben in Treblinka
Vergeht schneller als die Zeit
Weil ihr Wert bemessen durch
Hass statt Menschlichkeit  

In einem Jahr
So viele Leben zermalmt
Dass keiner alle kennt
Außer der blutgetränkte Boden
Der still die Opfer verschlingt

Ein Friedhof ohne Frieden
Ein Massengrab ohne Gräber
Ein Verbrechen ohne Gleichnis

800.000 Menschen oder mehr
Vergast, Verbrannt, Vergraben
Ein tiefes Aschemeer 

Geschichten der Überlebenden
Klingen wie ihr eigenes Ende
Reines Glück dass sie noch Leben
Eine tiefe Narbe bleibt

17.000 Steine erinnern an
17.000 Tote die man täglich
Dem Tod entgegen schmiss 

Versteckt und doch bekannt
Verheimlicht und doch entdeckt
Vernichtet doch nicht vergessen

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